2026-10-14 12:00News

Kultur mit Geschmack: 10 besondere Museumscafés in Sachsen-Anhalt

Café/Bar im Bauhaus Museum Dessau // © Stiftung Bauhaus Dessau // Foto: Thomas Meyer OSTKREUZ Café/Bar im Bauhaus Museum Dessau // © Stiftung Bauhaus Dessau // Foto: Thomas Meyer OSTKREUZ

Sachsen-Anhalts Museen erzählen Geschichten aus Jahrtausenden – von Menschheit und Alltag, von Kunst und Kultur, von Umbrüchen, Ideen und gesellschaftlichem Wandel. So vielfältig wie ihre Themen sind auch viele ihrer gastronomischen Angebote:

1. Café Editha im Dommuseum Ottonianum, Magdeburg

Mitten in der Landeshauptstadt steht der Magdeburger Dom, dessen heutiger Bau 1209 begonnen wurde. Direkt neben dem Bauwerk mit seinen rund 100 Meter hohen Türmen vermittelt seit 2018 das Dommuseum seine Geschichte, in der Kaiser Otto der Große und seine Frau Editha eine zentrale Rolle spielen – ihren Bleisarg fand man erst 2009 im Chorumgang des Doms. Den Namen der „Königin der Herzen“ trägt das moderne und gemütliche Café des Museums: Im „Editha“ können Besucherinnen und Besucher von Dom und Ausstellungshaus ihre Eindrücke bei Kaffeespezialitäten, einem Stück Kuchen oder einem erfrischenden Kaltgetränk sacken lassen – oder natürlich auch einfach so vorbeischauen. Denn nicht nur Gäste der Stadt, auch Einheimische wissen den wunderbaren Blick über den Domplatz und auf die Westfassade des Doms zu schätzen, der hier genossen werden darf.

www.dommuseum-ottonianum.de/besucherinformationen/cafe-editha

Schönes Ambiente im Café Editha im Ottonianum 

 

2.Café im Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg

Sogar noch älter als der Magdeburger Dom ist das Kloster Unser Lieben Frauen. Gegründet im 11. Jahrhundert, zählt es zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken Deutschlands. Das 1975 in der historischen Anlage eröffnete Kunstmuseum ist heute einer der wichtigsten Orte für Gegenwartskunst und Skulptur in Sachsen-Anhalt. Zu ihm gehört das Klostercafé, das historisches Ambiente mit persönlichem Service und attraktivem Speise- und Getränkeangebot verbindet: Die Gäste dürfen sich auf hausgemachte Suppen, Salate und Panini, hausgemachte Kuchen und Torten sowie Eis aus eigener Manufaktur freuen. Dazu gibt es Kaffee- und Teespezialitäten, Bier aus Magdeburg und Weine aus Sachsen-Anhalts Weinanbaugebiet Saale-Unstrut. Bei schönem Wetter sitzen die Gäste gerne auf der Terrasse vor dem imposanten Backsteinbau, für Feiern und Events können auch der Kreuzgang und die Klosterkirche genutzt werden.

www.easygastro-md.de/locations/café-eventlocation-im-kloster

Auch im Außenbereich des Café im Kloster Unser Lieben Frauen bekommt man  Geschmack auf Kunst // © Easy Gastro GmbH

 

3. Café im Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle

Das zu den bedeutendsten archäologischen Museen Mitteleuropas zählende Haus nimmt seine Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch rund 450.000 Jahre Menschheitsgeschichte – von der Steinzeit bis in die frühe Neuzeit. Das berühmteste Exponat ist zweifellos die Himmelsscheibe von Nebra, die mit rund 3.600 Jahren als älteste bisher bekannte konkrete Himmelsdarstellung gilt. Wechselnde Sonderausstellungen und vielfältige Angebote für Familien und Kinder machen den Ort zum Erlebnis – und auch das vom Förderverein betriebene Café spielt dabei eine wichtige Rolle: Denn hier gibt es nicht nur Kuchen, Gebäck und kleine herzhafte Speisen sowie Kaffee und Erfrischungen, sondern auch kulinarische Events in Verbindung mit dem Museumsprogramm: Am 23. Oktober, 13. November, 11. Dezember sowie am 22. Januar 2027 laden Museum und Café zu einem Rundgang durch die Sonderausstellung „Die Schamanin“ sowie zu einem „Steinzeit-Essen“ mit Paleo-Gerichten ein.

www.landesmuseum-vorgeschichte.de
www.verein-landesmuseum.com/museumsshop

Café im Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle // © Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Michel Klehm

 

4. MoritzKunstCafé, Halle

Das Kunstmuseum Moritzburg in Halle (Saale) befindet sich in der imposanten ehemaligen Residenz der Magdeburger Erzbischöfe. 1885 als Museum für Kunst und Kunstgewerbe gegründet, verfügt das Haus heute über eine bedeutende Sammlung zu Kunst und Design des 20. Jahrhunderts, von Malereien über Plastiken bis zum Kunsthandwerk. Und auch im angeschlossenen MoritzKunstCafé gibt es Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zu sehen. Ebenso wie die Ausstellungen wechselt die Speisekarte mit den Saisons – serviert werden hier beispielsweise Carpaccio oder Tafelspitz vom Rind, Tagliatelle mit Pfifferlingen oder gebackene Kräutersaitlinge im Grana-Padano-Käsemantel. Das Kuchen- und Tortenangebot wechselt täglich. Und die hier ausgeschenkten Weine – Blauer Portugieser, Gutedel, Weißburgunder und Rosé – kommen vom Weingut Thürkind ganz in der Nähe. Vom Frühling bis zum Herbst lässt es sich auch sehr schön auf der sonnengeschützten Terrasse verweilen. 

www.moritzkunstcafe.de

 

5. Café-Bistro im Bauhaus, Dessau

Das legendäre Bauhaus in Dessau eröffnete 1926 und feiert somit seinen 100. Geburtstag. 1976 wurde es wiedereröffnet – und schon damals entstand der Wunsch nach einem Ort der Begegnung für Mitarbeitende, Workshop-Teilnehmende, Freunde und Gäste. 1988 schließlich begann der Bau des „Bauhausklubs“, eröffnet wurde er nach der Wende 1990. Heute ist die Location im Kellergeschoss des Hauses ein Café-Bistro. Gestaltet und eingerichtet im typischen und weltberühmten Stil der Neuen Sachlichkeit, werden hier herzhafte Snacks wie Baguettes, Ciabatta, Teigtaschen sowie Pasta serviert, täglich frische Kuchen, dazu Kaffee, Tee und Softdrinks.  Und bei einem Glas Wein oder einem prickelnden Spritz lässt sich der Tag im Zeichen der Kunst hier ganz wunderbar ausklingen, zumal die Gastronomie bis 22 Uhr geöffnet ist. Ebenso schön lässt es sich hier mit einem Frühstück in den Tag starten.

www.cafe-bistro-im-bauhaus-dessau.de

Blick ins Bistro im Bauhaus Dessau // © Jan-Peter Wulff / IMG

 

6. Lokal Lokal im Bauhaus-Museum, Dessau

2019 eröffnete das Bauhaus Museum und mit ihm das Lokal Lokal. Dessen Name ist Programm – denn nicht nur ist es ein Lokal bzw. eine Kaffeebar mit Speisenangebot, sondern diese werden auch vorzugsweise mit Produkten aus der Region zubereitet. Auf der Karte stehen Suppen, Brotgerichte und Quiche-Kreationen mit saisonalen Zutaten, die von wechselnden weiteren Speisenangeboten ergänzt werden. Auch den Kuchen backt das Team selbst – und die verschiedenen Kaffeespezialitäten kommen aus der La-Marzocco-Siebträgermaschine. Als Designklassiker fügt sich diese perfekt in das Ambiente ein. Wegen der zentralen Lage des Museums ist das Café-Bistro auch für einen schnellen Kaffee oder Snack eine gute Anlaufstelle – und im Sommer sitzen die Gäste auch gerne auf der Terrasse.

www.dieloeffler.de/lokallokal

Eine junge nachhaltige Küche und vegane Angebote treffen im Bauhaus-Museum auf einfache und leckere Hausmannskost. © Stiftung Bauhaus Dessau // Foto: Thomas Meyer OSTKREUZ

 

7. Schlosskrug auf dem Stiftsberg, Quedlinburg

Ein lang ersehnter Termin naht: Am 3. Oktober feiert das Schlossmuseum in Quedlinburg seine Wiedereröffnung – nach sechs Jahren umfangreicher Sanierungs- und Baumaßnahmen. Die Besucher auf dem Stiftsberg dürfen sich über einen dann vollständig neu gestalteten Rundgang freuen, der durch das beeindruckende Ensemble aus Stiftskirche, Stiftsgebäuden, Schloss und Gärten führt. Bereits im Frühsommer eröffnete der Schlosskrug auf dem Stiftsberg wieder seine Türen. Im historischen Gebäude von 1617 mit einzigartigem Blick über die Altstadt Quedlinburgs wird moderne internationale und lokale Küche serviert – vom tropischen Plattfisch mit Avocado-Kartoffelstampf über das Hirschschnitzel in Haselnuss-Panade bis zum Veggie-Burger. Auf der Getränkekarte stehen u. a. Biere aus dem Harz und Liköre direkt aus Quedlinburg. 

www.stiftsberg-quedlinburg.de/stiftsberg/#Schlosskrug

 

8. Café Hirsch, Halberstadt

Im Berend Lehmann Museum, das sich im historischen Mikwenhaus befindet, erfahren Besucherinnen und Besucher anhand originaler Gegenstände, Dokumente, Fotos und Familiengeschichten viel über das Leben der jüdischen Gemeinde Halberstadts. Besonders sehenswert ist die alte Mikwe, ein jüdisches Ritualbad. Auch die Klaussynagoge und der „DenkOrt“ an der Stelle der zerstörten Barocksynagoge gehören zum Museum. Und ums Eck befindet sich das schöne Café Hirsch, das die Vielfalt jüdischer Küche auf den Tisch bringt: Blintzes – hauchdünne gefüllte Pfannkuchen – und Latkes (Kartoffelpuffer) verweisen auf die osteuropäisch-aschkenasische Küche, während das würzig-scharfe Shakshuka (Eier in einer Sauce aus Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch) für die Küche der Levante bzw. des Nahen Ostens steht. Der Bagel wiederum symbolisiert kulinarisch die Migration nach Nordamerika und wurde dort zu einem festen Bestandteil der Esskultur. Im Hirsch wird er mit Frischkäse, Lachs oder Thunfisch serviert. Außerdem gibt es hausgebackenen Kuchen sowie israelische Rot- und Weißweine.

www.restaurant-cafe-hirsch.de

 

9. Museumscafé im Freilichtmuseum Diesdorf

Am Rande des kleinen altmärkischen Ortes Diesdorf lädt das Freilichtmuseum zu einer besonderen Reise in die ländliche Vergangenheit der Region ein. 1911 gegründet, gehört es zu den ältesten volkskundlichen Freilichtmuseen Deutschlands – mit historischen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, Gärten und Mitmachangeboten für große und kleine Gäste. Das urig-gemütliche Museumscafé befindet sich im historischen Dorfkrug am Eingang. Hier gibt es hausgebackene Kuchen und Torten sowie in der Sommersaison Mittagssnacks, auch an Vegetarierinnen und Vegetarier wird gedacht. Sehr hübsch: Serviert werden die Speisen auf historischem Geschirr. Übrigens: Nicht nur für Besucher des Museums ist das Café ein beliebter Anlaufpunkt, sondern auch für Radtouristen, die auf dem Altmarkrundkurs unterwegs sind – er führt direkt am Museum vorbei. Auch das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze führt in der Nähe vorbei.

www.museumscafe-diesdorf.de

Museumscafé DiesdorfWohlfühlambiente im Museumscafé Diesdorf // ©Museumscafé Diesdorf 

 

10. Zum Weißen Mönch, Kloster Michaelstein/Blankenburg

Eingebettet in die reizvolle Landschaft des Harzes liegt das ehemalige Zisterzienserkloster Michaelstein bei Blankenburg. Die Geschichte der Klosteranlage reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Heute ist es ein lebendiger Kultur- und Erlebnisort mit historischer Klosterkirche, Museum, Kräutergarten, Klostergärten und einer Musikscheune. Das Hotel und Gasthaus Zum Weißen Mönch lädt seine Gäste von November bis März zur gemütlichen Pause in die Kaffeestube ein, während ihnen von April bis Oktober das malerische Gartenlokal zur Verfügung steht. Frühstück sowie hausgebackener Kuchen stehen im Angebot. Wer länger verweilen möchte: Mit34 Zimmern und einer Ferienwohnung hat das Haus viel Platz für Einzelreisende, Paare, Familien, Gruppen und (Rad-)Wanderer, die auf Harzer Klosterwanderweg oder dem Europaradweg R1 unterwegs sind. 

www.weisser-moench.de

Autor: Jan-Peter Wulff



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