2026-07-13 06:55Pressrelease

Sommerferien-Tipp: Wo Geschichte zum Abenteuer wird – Familienzeit in den LutherMuseen  

Begeisterung für die Ausstellung "Der Mönch war's!" im Augusteum in Wittenberg. Foto: Jennifer SchönfeldBegeisterung für die Ausstellung "Der Mönch war's!" im Augusteum in Wittenberg. Foto: Jennifer Schönfeld

Wenn Kinder mit großen Augen an einer jahrhundertealten Familientafel Platz nehmen, geheimnisvolle Truhen öffnen oder mit Feder und Tinte schreiben dürfen, wird Geschichte plötzlich lebendig. Genau das gelingt den LutherMuseen in Wittenberg und Eisleben. Die traditionsreichen Orte der Reformation feiern 2026 nicht nur das Jubiläum „30 Jahre UNESCO-Welterbe Luthergedenkstätten“, sondern präsentieren sich zugleich als moderne Erlebnisorte für Familien.

Die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg gehören seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Dazu zählen in Eisleben Martin Luthers Geburts- und Sterbehaus sowie in Wittenberg das Lutherhaus, das Melanchthonhaus, die Schlosskirche und die Stadtkirche. Orte, an denen Weltgeschichte geschrieben wurde und die überraschend familienfreundlich daherkommen.

Wer mit Kindern unterwegs ist, sucht meist nach Orten, die Wissen mit Erlebnis verbinden. Genau darauf setzen die LutherMuseen. Statt stiller Museumsräume warten interaktive Ausstellungen, Mitmachangebote, Ferienprogramme und Familienführungen. 

„Der Mönch war’s!“ – Als Geschichte plötzlich lebendig wurde

Schon nach wenigen Minuten war klar: Dieser Museumsbesuch würde anders werden als sonst. Statt leiser Schritte und vorsichtiger Blicke auf Verbotsschilder rannten zwei kleine Kinderstimmen begeistert durch das Augusteum in Wittenberg. „Papa, schau mal!“, ruft der Fünfjährige und zieht bereits die nächste Schublade auf. Seine dreijährige Schwester steht derweil staunend vor der Verkleidungskiste und sucht sich ein passendes Gewand aus. Die Familienausstellung „Der Mönch war’s!“ schafft etwas, das viele Museen nur schwer erreichen: Sie holt Kinder mitten hinein in die Welt Martin Luthers.

Schon am Eingang wird deutlich, dass Anfassen hier ausdrücklich erlaubt ist. Statt stiller Distanz setzt die Ausstellung auf Mitmachen, Ausprobieren und Entdecken. Und mittendrin begleitet ein ganz besonderer Museumsführer die jungen Besucherinnen und Besucher: Tölpel, der Hund von Martin Luther. Der kleine Hund führt Kinder spielerisch durch die Ausstellung, erklärt viele Dinge auf kindgerechte Weise und taucht an unterschiedlichen Stationen immer wieder auf. Für die Kinder wird Tölpel schnell zur vertrauten Figur fast so, als würden sie gemeinsam mit ihm die Welt der Reformation entdecken.

„Wo ist der Hund jetzt?“, fragt die Dreijährige immer wieder neugierig und sucht bereits die nächste Station. Der Fünfjährige folgt aufmerksam den kleinen Hinweisen und Geschichten, die Tölpel erzählt. Dadurch entsteht für Kinder ein roter Faden durch die Ausstellung, der Orientierung gibt und gleichzeitig spielerisch Wissen vermittelt.

Überhaupt nicht

Überhaupt nicht "verstaubt" und viel Spaß für die Familie in den LutherMuseen. Foto: Jennifer Schönfeld

Die Kinder dürfen Türen öffnen, Materialien fühlen und selbst aktiv werden. Besonders faszinierend für die beiden: das Schreiben mit Federkiel. Mit ernster Konzentration versucht der Fünfjährige seinen Namen auf Papier zu bringen, während die Kleine lieber das Tintenfass bestaunt und anfängt ein Bild zu malen. Ein Raum weiter wartet das nächste Highlight, an einer Stempelstation können Luthers Thesen auf Papier gestempelt und mit Hammer und Nagel an die Schlosskirche gehämmert werden. Immer wieder entstehen diese kleinen Momente, in denen Geschichte plötzlich greifbar wird. Die Ausstellung erklärt nicht nur, wie Menschen vor 500 Jahren lebten sie lässt Kinder diese Zeit spielerisch erleben.

Bemerkenswert ist dabei, wie kindgerecht die Räume gestaltet sind. Viele Stationen befinden sich auf Augenhöhe der jungen Besucher. Farben, Geräusche und interaktive Elemente sorgen dafür, dass auch kleinere Kinder aufmerksam bleiben. Für Eltern entsteht dadurch eine ungewöhnlich entspannte Atmosphäre. Statt ständig zu bremsen oder zu erklären, begleitet man die Kinder eher beim eigenen Entdecken. Immer wieder ergeben sich natürliche Gespräche: „Warum war Luther ein Mönch?“, „Warum mussten die Menschen früher mit Federn schreiben?“, „Gab es damals schon Kinderzimmer?“ Die Ausstellung liefert darauf keine trockenen Schulantworten, sondern eröffnet Erfahrungsräume. Besonders schön: Beide Kinder entdecken die Ausstellung auf völlig unterschiedliche Weise. Während der Fünfjährige gezielt Aufgaben löst und Fragen stellt, reagiert die Dreijährige vor allem auf die sinnlichen Eindrücke, Stoffe, Geräusche, Farben und Bewegungen.

Genau darin liegt die Stärke der Ausstellung: Sie funktioniert für verschiedene Altersgruppen gleichzeitig. Am Ende möchten beide eigentlich noch einmal zurück zu den Mitmachstationen. Und genau das dürfte das größte Kompliment für ein Museum sein. Die Familienausstellung „Der Mönch war’s!“ zeigt eindrucksvoll, wie moderne Museumsarbeit heute aussehen kann: niedrigschwellig, spielerisch und voller kleiner Entdeckungen. Gerade für Familien mit jüngeren Kindern wird Reformationsgeschichte hier nicht zur Pflichtveranstaltung, sondern zu einem gemeinsamen Erlebnis.

Geschichte zum Anfassen im Augusteum in Wittenberg. Foto: Jennifer Schönfeld

Geschichte zum Anfassen im Augusteum in Wittenberg. Foto: Jennifer Schönfeld

Mit Magdalena durch das Melanchthonhaus

Besonders liebevoll gestaltet ist auch die Familienführung „Mit Magdalena durch das Melanchthonhaus“. Hier geht es nicht um trockene Geschichtsstunden. Stattdessen begleiten Kinder die zehnjährige Magdalena, die Tochter des Reformators Philipp Melanchthon, durch den Alltag ihrer Familie vor rund 500 Jahren. Statt langer Erklärungen stehen sinnliche Erfahrungen im Mittelpunkt. Kleine Besucherinnen und Besucher dürfen mittelalterliche Kleidung ausprobieren, Küchendüfte erschnuppern oder an der großen Familientafel Platz nehmen. Mit einem Schlüssel ausgestattet öffnen sie geheimnisvolle Fächer und entdecken versteckte Spielelemente im Haus. Gerade jüngere Kinder erleben das Museum dadurch eher wie ein Abenteuerhaus als wie eine klassische Ausstellung. Die historischen Räume wirken authentisch und gleichzeitig erstaunlich nahbar. Besonders der Kräutergarten hinter dem Melanchthonhaus bietet Familien eine entspannte Pause mitten im Herzen der Lutherstadt. Eltern erleben dabei oft einen besonderen Moment: Während Kinder neugierig durch die Räume streifen, entsteht ganz nebenbei ein Zugang zur Geschichte der Reformation. Ohne Druck, ohne Schulcharakter.

Eisleben: Geburtshaus, Sterbehaus und interaktive Elemente

Auch Eisleben zeigt, wie modern Erinnerungskultur heute sein kann. Im Geburtshaus Martin Luthers erleben Besucher die Anfänge des Reformators, während das Sterbehaus den Blick auf seine letzten Lebenstage richtet. Die aktuellen Sonderausstellungen rund um den Bauernkrieg verbinden historische Inhalte mit interaktiven Elementen. Familien können gemeinsam entdecken, wie Menschen vor 500 Jahren lebten, arbeiteten und protestierten. Gerade die Mischung aus authentischen historischen Orten und modernen Vermittlungsformen macht den Reiz der LutherMuseen aus. Geschichte bleibt hier nicht abstrakt, sondern wird greifbar.

Tatort 1522 - der Escaperoom rund um die Lutherbibel ist Teamerlebnis für Jugendliche und Erwachsene. Foto: Uwe Schulze

Tatort 1522 - der Escaperoom rund um die Lutherbibel ist Teamerlebnis für Jugendliche und Erwachsene. Foto: Uwe Schulze

1525! Aufstand für Gerechtigkeyt – Geschichte als Entscheidungsspiel

Besonders eindrucksvoll zeigt sich der moderne Vermittlungsansatz der LutherMuseen in der Mitmachausstellung „1525 in Eisleben und Mansfeld. Anlässlich des 500. Jahrestages des Bauernkrieges schlüpfen Besucherinnen und Besucher hier selbst in die Rollen von Fürsten, Bürgerinnen, Geistlichen oder Bauern und erleben die Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Herzstück der Ausstellung ist ein großes begehbares Spielbrett, auf dem Entscheidungen getroffen und deren Folgen nachvollzogen werden können. Statt Geschichte nur zu betrachten, werden Familien aktiv Teil der Handlung und setzen sich spielerisch mit Fragen auseinander, die bis heute aktuell sind: Was bedeutet Gerechtigkeit? Wann entsteht Protest? Und wie hätten wir selbst damals gehandelt? Durch zahlreiche Mitmachstationen, Druckwerkstätten und interaktive Elemente wird eines der bedeutendsten Ereignisse des 16. Jahrhunderts lebendig und verständlich auch für jüngere Besucherinnen und Besucher.

Die interaktive Ausstellung 1525! Aufstand für Gerechtigkeyt in Eisleben. Foto: MarkusScholz

Die interaktive Ausstellung 1525! Aufstand für Gerechtigkeyt in Eisleben. Foto: MarkusScholz

Sommerferien voller kultureller Bildung und Spaß in Wittenberg

In den Sommerferien zeigen die LutherMuseen, wie lebendig kulturelle Bildung sein kann. Kinder und Jugendliche erwartet ein abwechslungsreiches Ferienprogramm, das Geschichte, Kreativität und gemeinsames Erleben verbindet. So geht es direkt zum Ferienstart mit Kräuterpädagogin Sabine Priezel auf Entdeckungstour durch das Melanchthonhaus und den Garten. Kinder lernen heimische Wildkräuter kennen, erfahren Spannendes über ihre Verwendung und stellen anschließend eigene kleine Kräuterprodukte her. Gerade für Familien mit naturbegeisterten Kindern entsteht hier eine wunderbare Verbindung aus Geschichte und Naturerlebnis.

Kreativ wird es beim „Atelier der schönen Dinge“. Inspiriert von Lucas Cranach d. Ä. gestalten Kinder eigene Kunstwerke aus verschiedensten Materialien. Die Verbindung aus Museumsbesuch und praktischer Werkstattarbeit macht Kunstgeschichte dabei besonders zugänglich. Für ältere Kinder und Jugendliche bietet das Escapespiel „Tat(w)ort 1522 – Mix und Match“ Spannung und Teamarbeit. Versteckte Hinweise, verschlossene Türen und die Suche nach der verschwundenen Luther-Bibel verwandeln die Reformationsgeschichte in ein interaktives Abenteuer. Wie überraschend modern historische Themen vermittelt werden können, zeigt auch „Sommer Wellness in Luthers Hause“. Hier experimentieren Kinder mit mittelalterlicher Alchemie und stellen Cremes, Zahnpulver oder Kräutersäckchen selbst her.

Besonders beliebt bei jüngeren Kindern dürften die „Mittelalterlichen Kinderspiele“ sein. Kegeln, Seilspringen und historische Spiele vermitteln spielerisch einen Eindruck davon, wie Kinder zur Zeit Luthers ihren Alltag verbrachten. Anschließend gestalten die Teilnehmer ihr eigenes Wappen. Spannend wird es außerdem in der „Übersetzerwerkstatt“, in der Kinder geheime Botschaften verschlüsseln, eigene Symbole entwickeln und mehr über historische Codierungen erfahren. Auch die Veranstaltungen „Schulzeit zu Luthers Zeiten“ laden Familien auf eine kleine Zeitreise ein. Kinder entdecken, wie Unterricht im Mittelalter funktionierte weit entfernt von heutigen Klassenzimmern.

Anfassen ausdrücklich erlaubt, und plötzlich ist man mittendrin in Luthers Alltag. Foto: Jennifer Schönfeld

Anfassen ausdrücklich erlaubt, und plötzlich ist man mittendrin in Luthers Alltag. Foto: Jennifer Schönfeld

Sommerangebote in Eisleben und Mansfeld

Nicht nur Wittenberg, auch Eisleben und Mansfeld setzen im Jubiläumsjahr verstärkt auf kulturelle Bildungsangebote für Familien, Kinder und Jugendliche. Im Museum "Luthers Sterbehaus" in Eisleben entstehen während der Sommerferien kreative Projekte rund um Geschichte und Handwerk. Besonders poetisch klingt das Ferienangebot „Freundschaftsdrucke“ im Sterbehaus Martin Luthers. Kinder und Jugendliche beschäftigen sich dabei mit Fragen wie: Was bedeutet Freundschaft? Wer ist mein bester Freund? Aus diesen Gedanken entstehen individuelle Druckwerke, die anschließend verschenkt werden können.

Familien und Kinder können die jahrhundertealte Kunst des Filzens entdecken. In den historischen Räumen des Luther Museums entstehen aus Schurwolle kleine Filzobjekte – mit Nass- und Trockenfilztechniken, die bereits zu Luthers Zeiten verbreitet waren. Ein besonders fantasievoller Programmpunkt trägt den Titel „Ein Besuch beim Stachelschwein und Einhorn im UNESCO Museum“. Kinder entdecken außergewöhnliche Ausstellungsstücke und erfahren, wie diese ihren Weg ins Museum fanden. Anschließend gestalten sie in der Druckwerkstatt eigene fantasievolle Museumsobjekte.

Mansfeld lädt Familien zu kreativen Sommerprojekten ein. Im Elternhaus der Familie Luder können Kinder in der Sommerwerkstatt „Speck und Stein“ eigene Kunstwerke aus Speckstein gestalten. Vom ersten Entwurf bis zum fertigen Werkstück erleben sie den gesamten kreativen Prozess. Kulinarisch und kulturgeschichtlich wird es beim Ferienprogramm „Die ganze Welt deckt unseren Tisch“. Hier entdecken Kinder, wie sich Ernährung seit der Zeit Martin Luthers verändert hat. Gemeinsam wird gekocht, probiert und erforscht, wie Lebensmittel aus aller Welt unseren Speiseplan geprägt haben.

Mit dem Workshop „Spiele kennen keine Grenzen“ richtet sich das Museum schließlich an alle, die spielerisch in die Vergangenheit eintauchen möchten. Kinder erfahren, wie zur Zeit Martin Luthers gespielt wurde und welche Spiele Kinder weltweit bis heute verbinden. Eigene Spielmaterialien dürfen anschließend mit nach Hause genommen werden.

Das Lutherhaus in Wittenberg - derzeit geschlossen - bereitet sich auf eine neue Ausstellung ab 2027 vor. Foto: Tomasz Lewandowski

Das Lutherhaus in Wittenberg - derzeit geschlossen - bereitet sich auf eine neue Ausstellung ab 2027 vor. Foto: Tomasz Lewandowski

Ein Jubiläum für alle Generationen

Das Jubiläum „30 Jahre UNESCO-Welterbe Luthergedenkstätten“ zeigt eindrucksvoll, wie sich historische Orte weiterentwickeln können. Die Museen bewahren nicht nur bedeutende Zeugnisse der Reformation, sondern öffnen sich bewusst für Familien und junge Besucherinnen und Besucher. Die vielfältigen Sommerangebote in Wittenberg, Eisleben und Mansfeld zeigen, dass die LutherMuseen weit mehr sind als klassische Erinnerungsorte. Sie entwickeln sich zunehmend zu lebendigen Kultur- und Bildungsorten, an denen Familien Geschichte gemeinsam entdecken können. Wer mit Kindern nach einem Ausflugsziel sucht, das Bildung, Erlebnis und gemeinsame Zeit verbindet, findet in Wittenberg und Eisleben überraschend viele Möglichkeiten. Zwischen historischen Gemäuern, Mitmachstationen und Familienführungen wird die Reformationsgeschichte zu einer Reise, die auch den Kleinsten in Erinnerung bleibt. Und manchmal beginnt das Verständnis für Weltgeschichte eben nicht mit einem Schulbuch, sondern mit Federkiel und einem kleinen Hund namens Tölpel, der Kinder neugierig durch die Welt Martin Luthers begleitet.

Autorin: Jennifer Schönfeld

Weitere Informationen: 

https://www.luthermuseen.de/besuchen-erleben/museum-familie

https://www.luthermuseen.de/besuchen-erleben/kalender

 

 



About IMG Presse

Die Investitions- und Marketinggesellschaft mbH (IMG) ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten vermarkten wir den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Sachsen-Anhalt und zeichnen verantwortlich für das Tourismusmarketing im In- und Ausland. Die Ansiedlung von Unternehmen im Land Sachsen-Anhalt wird aktiv von der IMG begleitet und unterstützt. Im Auftrag des Landes hilft die IMG den hier ansässigen Unternehmen bei Bedarf bei Ihren Investitionen. Unser Service ist vertraulich und kostenfrei. Weiterführende Informationen zu unseren Leistungen finden Sie hier: www.investieren-in-sachsen-anhalt.de


Contacts

Sabine Kraus
Pressesprecherin
Sabine Kraus
Stefanie Middendorf
Pressesprecherin
Stefanie Middendorf